Arosa

Die «Davoser Revue» macht einen «Sprung zum Nachbarn»: Die Kulturzeitschrift porträtiert den ehemals zu Davos gehörenden Ort Arosa. Der Besuch beim Nachbarn führt unter anderem zum Fotografen Alessandro Della Bella und zu dessen Werken «Helvetia by Night».  

«Arosa, nur mit der Post von Chur aus zu erreichen, liegt noch höher als Davos»: Der Dichter Christian Morgenstern weilt 1901 erst in Davos, dann in Arosa zur Kur. In beiden Orten sucht er Heilung von seinem Lungenleiden. Doch die Kurorte erschienen höchst unterschiedlich. Nach Davos führt seit 1890 die Eisenbahn, Arosa wird noch 13 Jahre nur per Kutsche erreichbar sein. In Davos leben um 1850 bereits rund 1700 Menschen, in Arosa sind es gerade mal 56 Personen.

Die Entwicklung vom Bergbauerndorf über den Kurort zur Tourismusdestination machen beide Orte durch. Doch wie sieht dieser Weg im Falle von Arosa aus, und was sind die Eigenheiten von Arosa? Solchen Fragen geht die 1925 gegründete Kulturzeitschrift «Davoser Revue» in ihrer jüngsten, 64 Seiten umfassenden Ausgabe nach.

Von Schriftstellern und Sternbildern

Die Zeitschrift wandert mit Hans Conrad Escher, dem Geologen und Planer der grossen Linth-Korrektion, über das Parpaner Rothorn nach Arosa – und muss dort eine gewisse «Culturlosigkeit» feststellen. Mehr Freude und Begeisterung verspüren in Arosa Schriftsteller wie Hermann Hesse und Arthur Conan Doyle. Letzterer, der Erfinder des berühmten «Sherlock Holmes», gelangt von Davos über die Maienfelder Furka nach Arosa – mit Skis und zerrissener Kleidung. Im «Seehof» isst er gleichwohl gut gelaunt zu Mittag.

In Arosa trifft die «Davoser Revue» zudem auf Alessandro Della Bella. Der Fotograf ist im Kurort aufgewachsen, hat für grosse Tageszeitungen und Bildagenturen gearbeitet – und viele Nächte auf Schweizer Berggipfeln zugebracht. Alessandro Della Bellas Fotos und Filme zeigen mittels Langzeitbelichtungen, was dem menschlichen Auge sonst verborgen bleibt: Wie Sterne scheinbar über den Himmel wandern, wie sich Sternbilder im Jahresverlauf zu verschieben scheinen. Und eindrücklich zeigt sich in Alessandro Della Bellas Werken «Helvetia by Night», wie gross der Lichtbedarf in der Schweiz ist.

Porträtiert werden in der neuen Ausgabe der «Davoser Revue» zudem die Filmemacher Roman Vital und Sandro Zollinger sowie die Eishockeyspielerin Livia Altmann. In der Ausgabe finden sich nebst zahlreiche historischen Fotos auch jeweils Exkurse zur Geschichte von Arosa – dem Ort, der bis 1851 politisch zu Davos gehörte.