Schwere Zeiten

Die seit 1925 existierende Kulturzeitschrift «Davoser Revue» widmet sich in ihrer Herbstausgabe einem weiteren lebensrelevanten Thema. Diesmal handelt es sich um den Umgang mit Unglücken, Katastrophen, Krankheiten und dem Tod.

Wenn Alpen verschwinden, das Totenvolk erscheint und Pestwolken durch die Täler wabern, müssen die Zeiten schwer sein, heisst es in der neusten Ausgabe der «Davoser Revue». Tatsächlich widerfährt Menschen, aber auch anderen Wesen viel Schlimmes in der Sagenwelt von Davos. So wird eine Sennin verflucht und ein Drache verbannt. Des Weiteren wird ein Jäger von einem Berggeist gepackt und von einem Gipfel ins Tal geschleudert.

Von Unglücken bis zur Seelsorge

Die «Davoser Revue» geht nicht nur den Konsequenzen solcher Sagen nach, sondern durchforscht auch den historischen Raum von Davos nach schweren Zeiten. Fündig wird die Kulturzeitschrift schon um 1600 bei Hans Ardüser. Dieser Chronist sah aufgrund von Lawinenunglücken, Missernten, Pest, Erdbeben, Frost und der Bosheit der Menschen bereits das Ende der Zeiten kommen.

Tatsächlich ereigneten sich in der Landschaft Davos immer wieder Katastrophen, insbesondere Lawinenunglücke. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts sind mehr als drei Dutzend schwere Unglücke aufgrund von Lawinenniedergängen überliefert. Dennoch: Vorkehrungen gegen Lawinen wurden schon 1602 nach der Zerstörung von Davos Frauenkirch getroffen. Beim Wiederaufbau versah man das Gotteshaus von Frauenkirch mit einen mächtigen Spaltkeil. Um 1919 entstanden schliesslich die ersten Lawinenverbauungen an den Berghängen ob Davos. Nicht zuletzt dank diesen Davoser Schutzmassnahmen zählt die UNESCO den «Umgang mit der Lawinengefahr» seit 2018 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

In einem weiteren Beitrag widmet sich die «Davoser Revue» dem Schriftsteller Hugo Marti, der mit seinem «Davoser Stundenbuch» eine Art Miniatur des berühmten Romans «Der Zauberberg» von Thomas Mann schuf. Im «Stundenbuch» zeigt sich jedoch eine sehr persönliche Sicht auf das Sanatoriumswesen in Davos: Anders als Thomas Mann litt Hugo Marti selbst an Tuberkulose – und verstarb 1937 in Davos.

Des Weiteren finden sich in der neuen Ausgabe der «Davoser Revue» ein Interview mit der Seelsorgerin und Dekanin Cornelia Camichel Bromeis und eine Reportage über das Krematorium von Davos – in dem durchaus auch mal geschmunzelt wird.

Die «Davoser Revue» existiert seit 1925. Seit 2014 widmet sich die Kulturzeitschrift vier Mal jährlich einem Thema, das mit Davos im Speziellen und mit dem Leben im Allgemeinen zu tun hat.