Frauen (II)

Von einer Pianistin über eine Meisterköchin bis zu einer der ersten Medizinprofessorinnen der Schweiz: Die Kulturzeitschrift «Davoser Revue» widmet sich in ihrer neuen Ausgabe den Frauen der jüngeren Geschichte und der Gegenwart – und deckt ein faszinierendes Spektrum an Lebenswegen auf.

Für Ruth Gattiker ist schon in Teenagerjahren klar, dass sie nicht heiraten und eine Familie gründen will. Stattdessen wird sie Ärztin und eine der ersten Medizinprofessorinnen der Schweiz. Wie der Lebensweg der 1923 geborenen Frau genau aussieht, das zeichnet nun die «Davoser Revue» in ihrer jüngsten Ausgabe unter dem Titel «Frauen – neue Lebenswege» nach. Ruth Gattiker wird dabei nicht nur in ihrer frauen- und medizingeschichtlichen Pionierrolle porträtiert, sondern auch als kulturinteressierter, mit Graubünden verbundener Mensch.

Von der Meisterköchin …

Porträtiert wird in der jüngsten Ausgabe der seit mehr als neun Jahrzehnten bestehenden «Davoser Revue» auch die Meisterköchin Elfie Casty, die sich in Davos den französischen «Ordre du Mérite» erkochte und die mit ihren Kochbüchern an der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet wurde. Elfie Casty, die 1955 nach Davos kam und nie eine Kochausbildung genossen hatte, führte zusammen mit ihrem Mann Tschiery Casty viele Jahre das Restaurant «Bergführer» im Sertigtal sowie das «Landhaus» in Davos Laret.

… über die Pianstin von Weltruhm …

Weitere Beiträge widmen sich der Davoser Galeristin Iris Wazzau, der Landwirtin Patricia Morf-Wolf und der Fotografin Lisa Gensetter. Auch wird nachgezeichnet, was die aus Uruguay stammende, weltbekannte Pianistin Dinorah Varsi mit Davos verbindet. 1939 in Montevideo in Uruguay geboren, machte Dinorah Varsi rasch Karriere, sie gewann unter anderem 1967 den renommierten «Concours Clara Haskil» in Luzern. Ab da entwickelte sich eine Freundschaft mit der aus Davos stammenden Musikwissenschaftlerin Monica Steegmann. Dank dieser Freundschaft konnte sich Dinorah Varsi oft nach Davos zurückziehen. Hier schätzte sie die Natur und die Stille, hier perfektionierte sie auch ihr Klavierspiel. Noch kurz vor ihrem Tod im Jahr 2013 wollte die Pianistin noch einmal von Berlin aus nach Davos reisen.

… bis zur preisgekrönten Übersetzerin

Eine literarische Perle bietet die «Davoser Revue» zudem mit einem autiobiografischen Text der preisgekrönten und in Davos lebenden Übersetzerin Irma Wehrli-Rudin. Sie erzählt, wie sich in einem Ort wie Davos Weltliteratur übersetzen lässt. Irma Wehrli-Rudin übersetzt Werke klassischer englischsprachiger Autoren des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Westschweizer Gegenwartsliteratur. Sie wurde «für ihre bedeutungsvolle Übersetzungstätigkeit» unter anderem mit dem Preis der Max-Geilinger-Stiftung ausgezeichnet.

Mit solchen Porträts schliesst die jüngste Ausgabe der «Davoser Revue» inhaltlich an die vorletzte Ausgabe an, in der die Biografien verschiedener Fauen aus dem 17. bis ins 20. Jahrhundert beleuchtet wurden; porträtiert wurde damals etwa Regula Engel-Egli, die an der Seite von Napoleon in mehrere Schlachten gezogen ist.

Die 1925 gegründete Kulturzeitschirt «Davoser Revue» erscheint seit Herbst 2014 vierteljährlich als hochwertiges, schweizweit einzigartiges Themenheft. Sie arbeitet vor dem regionalen Hintergrund Themen auf, die von übergeordneter Bedeutung sind. Nach der Ausgabe «Der Gipfel – Geschichten vom Berg» und der aktuellen Augabe «Frauen ­– neue Lebenswege» wird sie im Herbst «die Jagd» thematisieren.

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